Diese Warterei

Das CT ist durch… Jedes Mal das gleiche Spiel.

Ich sage mir immer, alles wird gut und es ist bestimmt wieder ein gutes Bild usw usf. Und sobald der Termin in der Röhre vorbei ist, kommen erhebliche Zweifel.

Wenn ich aus dem Krankenhaus komme, werde ich schwach und die Angst fängt wieder an, sich durch meinen Magen durchzugraben. Ich fühle es dann ganz hart in meinem Bauch.

Essen fällt dann schwerer, die Verdauung kriegt eine Krise und ich bin schnell gereizt. Und die Entspannung kommt erst eine Woche später, wenn die Ergebnisse endlich da sind und sich die Anspannung in eine unendliche Dankbarkeit und tränenreiche Freude verwandelt.

Bis dorthin bin ich aber äusserst angespannt. Vorher funktioniert der psychologische Trick mit dem Verdrängen und gut zureden wunderbar. Danach… scheinen alle Regeln ausser Kraft gesetzt. Es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren. Das schwarze Loch in mir scheint sich weit zu öffnen und gierig alles zu fressen. Plötzlich fange ich wieder an meinen Hals abzutasten, ob die bestehenden Metastasen immer noch gleich gross sind etc. Ich spüre sie dann jeweils besonders gut, was mich ansonsten sonst im Alltag nicht mehr kümmert. Natürlich ist es seltsam, sich den Hals ab zu tasten und diverse Knubbel zu spüren. Vor allem mit dem Wissen, WAS ich da spüre. Aber man gewöhnt sich an vieles.

Doch in dieser Woche bilde ich mir einfach zu viel ein. Die Angst spielt mir einen Streich mit der Realität.

Natürlich kriegt auch mein Umfeld ein wenig ihr Spiel davon ab. Ich wirke teilweise abwesend und desinteressiert. Als wäre ich in Gedanken irgendwo anders. Doch Tatsache ist, dass ich eben an gar nichts denke. Wie Watte im Kopf und in den Ohren. Meine Sinne sind stark getrübt. Ich schlafe schlecht, träume verzweifeltes Zeug und bin entsprechend öfters mies gelaunt. Ich schimpfe öfters mit meinen Kids und habe keinen Nerv für längere Diskussionen. Trotz der Mühe, die ich mir auferlege. Meine Anspannung lässt sich nicht so einfach übersteuern. Natürlich tut mir das dann sehr leid. Mein schlechtes Gewissen nagt dann auch entsprechend an mir. Wie man sieht, keine interessante Zeit.

In dieser Woche schaue ich dann immer sehr gut, dass ich möglichst nicht zuviel mit nahestehenden Familienmitgliedern zu tun habe. Es schadet und niemand profitiert davon.

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