Therapie Nr. 58

Ja ich habe im letzten Beitrag geschrieben „Letzte Therapie“…

Die Sache ist etwas komplizierter als wir erstmals angenommen haben.

Seit dem letzten Beitrag hat sich in mir einiges getan. Zuerst war ich mega geschockt und verhielt mich entsprechend. Danach war ich kurz wieder in einem Kampfmodus um zugleich zu kapitulieren. Die Traurigkeit schlug voll durch und ich fühlte und fühle noch immer, mich recht erschlagen. Von Morgens bis Abends fühle ich mich Müde und mit vielem Überfordert. Die einfachen Dinge fallen mir schwer. Am liebsten würde ich nur liegen und nichts tun.

Doch das darf ich nicht. Mein tägliches Credo: „das Gefühl wird wieder besser“. Ich weiss das auch. Das ist immerhin viel Wert.

Es hat auch sehr schöne Momente gegeben. Das Umfeld ist ebenfalls sehr betroffen und will mir so gern helfen. Und dieses Mal nehme ich die Hilfe auch in Anspruch. Das ist eine Premiere und tut mir sehr gut. Ich habe keine Lust mehr, nur die Starke zu sein und das ist für mich ein echter Fortschritt. Dem Umfeld hilft es sehr, wenn sie mir in irgendeiner Art helfen können. Das ich vorher nie Hilfe wollte, erzeugte in ihnen auch eine enorme Hilflosigkeit. Diese können sie nun abbauen. Das habe ich sofort erkannt. Interessante Reaktion.

Meine liebe Tante kommt jetzt jede Woche einmal vorbei um unser Haus zu reinigen und mir so unter die Arme zu greifen.

Die Schwiegermutter, nimmt den Kleinen Junior trotz 100% Pensum, vom Sonntag bis Montag Mittag zu sich.

Anfangs April gehe ich eine Woche nach Turin um mich zu erholen. In dieser Zeit hütet meine Schwester die Kinder und schläft auch bei uns, damit sie immer da sein kann.

Und dann all diese Nachbarn, die meinen Kiddies gerne das Mittagessen zubereiten oder nach der Schule bis zum Abendbrot hüten.

Auch auf keinen Fall zu vergessen…, meine besten Freunde, die mich moralisch aufbauen und mich oft besuchen. Sie alle dürfen jetzt helfen und das finde ich wunderschön.

Aber auch mein Mann hat trotz allen Widrigkeiten erkannt, dass er von mir Distanz nehmen muss. Er bemüht sich sehr, dass er jetzt mehr übernimmt. Er lässt mir meinen Freiraum, den ich dringend benötige, um regenerieren zu können. Natürlich hilft das Alles sehr und ich bin äusserst dankbar dafür.

Wenn ich an die Zukunft denke, wird mir elend und ich werde sofort traurig. Eine Zukunft gibt es für mich leider nicht. Zumindest nicht eine längere Zukunft.

Heute war die vorerst „letzte Therapie“ hier in Bern. Am 26. März muss ich nochmals ins MRI um den Kopf zu durchleuchten. Das macht mir echt Angst. Wie schon geschrieben, ist das letzte Bild im Oktober gemacht worden. Und im Oktober hatte ich auch in den Lungen keine Veränderungen. Meine Angst, dass sie in den Kopf gewandert sind, macht mich ein bisschen wahnsinnig und ich denke nicht all zu viel daran. Ausblenden. Am 29. März habe ich dann noch das Kontroll-CT für den Hals- und Thorax-Bereich. Sie wollen alles neu ausmessen. Am gleichen Nachmittag ist dann das Gespräch zur Auswertung…. ich krieg schon jetzt Hühnerhaut.

Heute hat mir Dr. S. folgendes erklärt: Wenn nur der Grosse weitergewachsen ist, möchte er es zuerst mit der Bestrahlung der einzelnen Metastase probieren, abwarten und engmaschig Bilder machen und sehen was sich weiter tut.

Wenn alle drei weiter gewachsen sind… ja dann fange ich sofort per mitte April mit der Studie in Zürich an.

Inzwischen ist allen klar, dass mein Horizont stark geschrumpft ist. Dr. S. hat meinem Mann gesagt 12 bis max. 36 Monate… Diese Zahl hat mich dusselig gemacht. Das ist zuwenig! Was will ich mit diesen wenigen Monaten?? Anderseits bedeutet die Statistik nichts für den Einzelnen. Ich glaube nicht daran. Deswegen wollte ich es nie so genau wissen. Ich meine, als ich damals die Nachricht mit den Metas in der Lunge erhielt, hiess es: „6 Monate, wenn die Therapie nicht zuschlägt.“

Das war im Juni 2016…

also bleiben wir dran und geben nicht auf!

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